Salzburg – die Stadt Mozarts, des FC Red Bull Salzburg und mächtiger Fürsterzbischöfe – war Ziel der Jugendreise 2026. Über fünfzig Jugendliche aus sieben Zürcher Pfarreien machten sich gemeinsam auf den Weg, um Gemeinschaft, Glauben und Geschichte zu erleben.
Anreise und erster Abend
Am Dienstagmorgen nach dem Sechseläuten starteten wir in Altstetten. In der Pfarrei Heilig Kreuz versammelte sich eine Gruppe junger Menschen mit Rucksäcken und Koffern. Nach dem Reisesegen von Pfarrer Krzysztof bestiegen wir den Bus – eine entspannte Fahrt, die uns am späten Nachmittag nach Salzburg führte.
Nach dem Einchecken im Hostel ging es direkt in die Altstadt, in den Gotischen Saal oberhalb der St.-Blasius-Kirche. Die Loretto-Gemeinschaft stellte uns diesen Raum grosszügig zur Verfügung. Er wurde in dieser Woche unser „Wohnzimmer“ für spirituelle Impulse, Musik und Begegnung.
Entdecken, Fussball und Gemeinschaft
Am Mittwoch lernten wir die Stadt bei einer Führung kennen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung – einige gingen essen und shoppen, andere erkundeten die Stadt auf eigene Faust.
Am Abend teilte sich die Gruppe: Eine Hälfte genoss Schnitzel, die andere erlebte ein Fussballspiel in der Red Bull Arena. Der FC Red Bull Salzburg gewann 3:1 gegen den FC Austria Wien – die Stimmung in der Arena war mitreissend und sorgte für viele unvergessliche Momente.
Ordensleben und Stadionluft
Der Donnerstag führte uns zu einem Bruder der Herz-Jesu-Missionare. Er berichtete von seinem Glaubensweg, seinem Orden und der Suche nach einer Gemeinschaft, die zu seinen Werten und seinem Lebensstil passt.
Am Nachmittag standen Freizeit oder eine Stadionführung in der Red Bull Arena zur Wahl. Am Abend trafen wir uns erneut im Gotischen Saal – inzwischen hatte sich eine kleine Band aus Jugendlichen gebildet, die unsere Impulse musikalisch gestaltete.
Begegnung mit der Loretto-Gemeinschaft
Der Freitag war besonders dicht. Am Vormittag lernten wir die Loretto-Gemeinschaft kennen – eine katholische Bewegung, in der junge Erwachsene ihren Glauben vertiefen können. Sie feiern Gottesdienste, bieten Kurse an und betreiben eine sogenannte HOME Base, in der Teilnehmende eines neunmonatigen Jüngerschaftskurses zusammenleben und geschult werden.
Die Messe mit Loretto war liturgisch klar katholisch, musikalisch aber stark von Lobpreis und freikirchlichen Einflüssen geprägt. Für einige Jugendliche war das faszinierend, für andere eher ungewohnt – für alle ein spannender Einblick in eine andere Spiritualität.
Am Nachmittag besuchten wir Mozarts Geburtshaus. Die Geschichten über sein Leben und seine Familie fesselten auch diejenigen, die anfangs eher skeptisch waren.
Glaubenspraktiken, Festung und ein starker Abschluss
Der Samstagmorgen stand im Zeichen verschiedener Glaubenspraktiken. Am Nachmittag konnten die Jugendlichen wählen: Freizeit in der Stadt, ein Besuch im Indoor-Trampolinpark oder ein Ausflug zur Festung Hohensalzburg.
Am letzten Abend im Gotischen Saal war die Stimmung besonders intensiv. Jede und jeder trug ein Blatt auf dem Rücken und erhielt von den anderen einen kurzen Segen oder eine ermutigende Botschaft. Es war spürbar, wie viel Wertschätzung und Zuneigung in der Gruppe gewachsen war.
Die Band spielte lange, die Jugendlichen sangen im Halbkreis weiter, nahmen sich in den Arm – selbst als die bestellten Pizzas längst kalt geworden waren. Wir feierten miteinander und feierten einander.
Heimreise
Am Sonntag traten wir die Heimreise an. Die Stimmung im Bus war ruhig, viele holten verlorenen Schlaf nach. In Altstetten verabschiedeten wir uns mit einer grossen Schlussrunde – reich an Erinnerungen, Begegnungen und Glaubensmomenten.
Jennifer Müller, Jugendarbeiterin




